KELLER Home » ITS » News ru » Presseberichte ru » System CellaCast PA ru
  • Bericht
  • Download

Die Temperatur ist bei der Herstellung von Erzeugnissen aus flüssigem Metall eine der wichtigsten physikalischen Einflussgrößen für die Ausschussrate, Qualität, Festigkeit und Verarbeitungseigenschaft. Ist die Schmelze zu heiß, können die Sandkerne zerstört werden. Mit sinkender Temperatur wird das Metall zähflüssig. Insbesondere bei komplexen und dünnwandigen Gussteilen ist die gleichmäßige Verteilung in der Form nicht mehr gewährleistet. Es besteht die Gefahr, dass nicht mehr alle Hohlräume gefüllt werden und sich Lunker bilden. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, die Gießtemperatur unmittelbar beim Befüllen der Formen so genau wie möglich zu erfassen und einzuhalten.

Die üblicherweise eingesetzte Tauchmesslanze kann lediglich zur Messung im Ofen oder in der Gießpfanne, jedoch nicht während des eigentlichen Gießvorganges, eingesetzt werden. Eine Kontrolle der Temperatur der einzelnen Werkstücke ist damit nicht möglich. Ein weiterer Nachteil der Tauchtemperaturmessung ist, dass die Messgenauigkeit vom Bediener, sprich von der Messposition im Ofen und der Eintauchtiefe, abhängig ist.

Beim CellaCast System handelt es sich um ein optisches Verfahren zur berührungslosen Temperaturmessung. Es ist ein verschleiß- und wartungsfreies Messsystem zur Temperaturmessung an Schmelz-, Warmhalte-, Kupol- und Hochöfen sowie an Gießautomaten.

Die Besonderheit der optischen Temperaturmessung von flüssigem Metall liegt darin, dass sich auf der Oberfläche von Metallen sehr schnell Oxide und Schlacke bilden. Für eine korrekte Messung ist es zwingend erforderlich, dass das Pyrometer nur die Strahlung der blanken Metalloberfläche auswertet. Dazu verfügt das CellaCast über eine spezielle CSD-Funktion (Clean Surface Detection). Diese filtert die Temperatur an den schlacke- und oxidfreien Stellen des Metalls heraus. Durch das Quotientenmessverfahren liefert das Pyrometer selbst unter rauesten Industriebedingungen trotz Staub und Dampf sichere Messwerte.

Da das Pyrometer berührungslos und ohne Verschleißteile arbeitet, entstehen im Unterschied zur Tauchmessung keine laufenden Verbrauchskosten für die Messsonden.

Bei der optischen Temperaturmessung an halb- oder vollautomatischen Gießautomaten wird das Pyrometer auf den frei fallenden Gießstrahl ausgerichtet. Das Pyrometer erfasst die Temperatur der Schmelze pro Gussteil unmittelbar beim Befüllen der Formen. Dabei kann sich die Position des Gießstrahls abhängig vom Auslauf oder vom Kippwinkel der Pfanne ändern.

Die Besonderheit des CellaCast PA 83 ist das rechteckige Messfeld. Solange sich der Gießstrahl innerhalb des Messfelds bewegt, wird ein sicherer Messwert ermittelt.

Das CellaCast verfügt über eine intelligente ATD-Funktion (Automatic Temperature Detection) zur Erfassung der Gießtemperatur pro Abguss. Nach dem Beginn des Gießvorganges wird automatisch die Messwertermittlung gestartet. Störungen der Messung durch Flammenbildung oder tropfenden Gießstrahl werden durch die ATD-Funktion erkannt und unterdrückt. Nach Ablauf der Messung erscheint der Messwert auf der Anzeige. Gleichzeitig wird der Messwert über den Analogausgang und die serielle Schnittstelle übertragen. An einer Großanzeige lässt sich die Temperatur für die Anlagenbediener anzeigen. Eine optional angeschlossene Signallampe leuchtet, wenn der Messwert außerhalb der zulässigen Temperaturspanne liegt. Die Messwerte lassen sich auf einem PC oder zentralen Datenerfassungssystem speichern. Damit ist eine lückenlose Kontrolle und Dokumentation der Temperatur aller gegossenen Werkstücke sichergestellt.

Wahlweise ist das Pyrometer mit einem parallaxefreien Durchblick-Visier ausgestattet. Mit Hilfe des großen Sichtfeldes lässt sich das Pyrometer einfach auf das Messobjekt ausrichten. Durch die erweiterte Pupillendistanz des Okulars ist das Anvisieren auch für Brillenträger und mit Helm möglich. Die Messfeldmarkierung im Sucher kennzeichnet die exakte Position und Größe des Messfelds.

Optional ist das Pyrometer mit einer integrierten Videokamera als Visierhilfe lieferbar. Die auf neueste Videotechnologie basierende HDR-Kamera (High Dynamic Range) besitzt einen extrem großen Dynamikbereich mit automatischer Belichtungsregelung. Dadurch wird das Videobild über den gesamten Messbereich blendfrei und ohne Überbelichtung immer in optimaler Helligkeit ausgeleuchtet. Eine weitere Besonderheit ist die TBC-Funktion (Target Brightness Control). Die Belichtungsregelung der Kamera ermittelt die Lichtstärke exakt im Messfeld des Pyrometers. Daher wird der heiße Gießstrahl vor dem kalten Hintergrund in optimaler Belichtung abgebildet. Über das Videosignal wird direkt auch der Messwert übertragen und am angeschlossenen Bildschirm eingeblendet.

Die zum Lieferumfang gehörenden Software CellaView ist eine unter Windows lauffähige und auf Microsoft SQL Server basierende Datenbanksoftware. Sie dient zur grafischen Echtzeit- Darstellung, Analyse und Archivierung der Messwerte sowie zur Fernbedienung und Konfiguration des Pyrometers. Dank der modernen MDI Benutzeroberfläche lassen sich eine beliebige Anzahl von Diagrammen gleichzeitig öffnen und parallel die Messreihen von bis zu 31 Geräten aufzeichnen. Die Messwerte einer Produktionscharge werden inkl. der Analysedaten der korrekten und fehlerhaften Teile in einem messtechnischen Bericht zusammengefasst.

Der Messbereich beträgt 650 – 2400 °C. Damit ist das CellaCast für Eisen- und Nichteisen-Schmelzen an sämtlichen Stellen in einer Gießerei und im Stahlwerk wie Kupolofenrinne, Vorherd, Schmelz- und Warmhalteofen, Transportpfanne und Gießpfanne einsetzbar.


www.keller.de

Kontaktperson:
Albert Book
Division Manager
KELLER MSR Infrared Thermometer Solutions
Tel.: + 49 5451 85320
E-Mail: albert.book@keller-its.de

Presse

Verschleißfreie Messung und Dokumentation der Temperatur von flüssigen Metallen